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  Karger   
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"-Dagegen gelingt Elke Hauck in 'Karger' das stimmige Porträt eines durch Verlust des Arbeitsplatzes und Scheidung aus der Bahn geworfenen Mittdreißigers. Als Hintergrund dient die Geburtsstadt der Regisseurin: Riesa, einst Standort eines großen Stahlwerks. Ohne Verständnis für den Trennungsentschluss seiner Frau, der ihn auch nur noch wenig Kontakt zu seiner kleinen Tochter lässt, sieht der Mann in einer neuen Beziehung keine Zukunft und verlässt am Ende die Stadt mit der ungewissen Hoffnung auf einen Neuanfang anderswo. Dem Namen seiner Titelfigur entspricht der Stil des Film: karge, atmosphärisch dichte Momentaufnahmen eines Lebens im Umbruch. Die Jury würdigte es mit dem Preis des Saarländischen Ministerpräsidenten inklusive Verleihförderung." Neues Deutschland, Heinz Kersten

"- Gewissermaßen eine Zusammenfassung dieser Motive bildet 'Karger', das ganz gegenwärtige Debüt der Berliner Regisseurin Elke Hauck, am Ende mit dem "Preis des Ministerpräsidenten" ausgezeichnet. Hauck beschreibt einen Mann in der Lebenskrise, einen Stahlarbeiter in der heruntergekommenen ostdeutschen Stahlstadt Riesa, ein Film, der, je länger er dauert, eine rohe Poesie entfaltet. Er beginnt wie Francois Ozons '5x2': Der Mann lässt sich scheiden und geht gleich danach mit der Exgattin ins Bett. Doch im Gegensatz zu Ozon blickt der Film nicht zurück, sondern entfaltet dieses prekäre Zweierverhältnis in die Zukunft: Der Held begegnet neuen Frauen und weiß selber nicht, ob er wieder zur Mutter seines Kindes zurück will oder lieber mit der Barbedienung etwas anfängt. Oder mit der Lolita des Viertels. Zur gleichen Zeit wird er entlassen, weil das Werk von Franzosen übernommen wurde, und so ist 'Karger' auch das Porträt einer Arbeitswelt, die verloren geht. Die Bilder Patrick Orths, der hier mit einer Digitalkamera gearbeitet hat, lassen an andere Filme junger Berliner Regisseure wie Ulrich Köhler und Valeska Grisebach denken. Sogar das Stahlwerk mit seinen alten, fast unwirklich massiven Maschinen ist hier schön und hat ein Geheimnis. Vielleicht ist es das, was von der Heimat übrig bleibt." Frankfurter Allgemeine Zeitung, Rüdiger Suchsland

Der Filmpreis des saarländischen Ministerpräsidenten geht an die Regisseurin Elke Hauck für ihren Film 'Karger'.

Dieser Film über einen starken, schwachen Mann, der Beruf und Familie verliert, ist berührend, beklemmend und voller Kraft. Elke Hauck hat sich mit solcher Genauigkeit ihren Figuren genähert, dass man immer wieder im Dokumentarfilm zu sein scheint. Gleichzeitig geht der Film mit seinen Protagonisten wie ein unbestechlicher und liebevoller Beobachter durch jede präzise gesetzte Einstellung, von Augenblick zu Augenblick. Wenn 'Karger' beim Verlassen der Stadt die Sonnenbrille aufsetzt und einen letzten Blick zurück wirft, wird diese einfache Handlung zu einer großen Geste des Kinos.
Begründung der Jury

Hallo aus Riesa,

heute war der von mir lang erwartete Tag. "Karger" im Kino.
Ich, selbst Stahlwerkertochter, bin beeindruckt von diesem Film. Ich kann es nur so beschreiben: Er ist für mich vollkommen rund. Kein Wort mehr, keines weniger, keine Szene zuviel, keine zuwenig, passende Schauspieler - alles ist so stimmig. Es ist genauso, wie es dargestellt wird. Profi-Schauspieler wären genau wie Hochdeutsch völlig unpassend. "Karger" greift Dinge auf, die so schwierig zu beschreiben und sicher nicht für jeden nachvollziehbar sind. Mich hat der Film total berührt. Ich sehe wieder meinen Vater mit seinen Kollegen aus dem "Stahlwerkstor" herauskommen. Frisch geduscht, mit schwenkender "Aktentasche", leerer "Bemmbüchse". Die harte Arbeit, die Hitze und den Dreck hinter sich lassend. Und mancher von ihnen die gleichen Probleme wie eben Karger. Einige dieser Stahlwerker waren aber auch gute Schauspieler und ließen sich fast nichts anmerken. Griffen dann aber am Abend zur Flasche.
Gratulation zu diesem wirklich gelungenen Einfangen und Wiedergeben von Eindr?cken und Gefühlen, was nicht hätte realistischer dargestellt werden können.

PS: In Riesa gibt es jetzt die Diskussion um die "öffentlichen Trinker" dieser Stadt, die aus dem Stadtzentrum entfernt werden und ihren eigenen Platz bekommen sollen. Vielleicht waren diese auch irgendwann mal ein "Karger" und haben es eben nicht geschafft.
Anwesende bei der Premiere in Riesa